Waldboden- und Waldzustandsberichte

Seit 1984 wird jährlich in den Monaten Juli und August der Zustand der deutschen Wälder überprüft. Als Indikator für den Waldzustand dient der Kronenzustand der Bäume. An ihm lässt sich leicht erkennen, ob ein Baum gesund ist oder ob er auf einem säuregeschädigten Standort steht. Die regelmäßigen Stichprobenerhebungen helfen, Veränderungen am Baum und im Boden zu erkennen und Risiken besser zu bewerten. Die gewonnenen Informationen bilden außerdem eine wichtige Grundlage für forst- und umweltpolitische Entscheidungen zum Schutz des Waldes. Das Bundesergebnis wird  aus den Daten berechnet, die von den zuständigen Stellen der Länder erhoben werden.

Von 1987 bis 1993 wurde zudem die erste Bodenzustandserhebung (BZE I) durchgeführt.
Erst in den alten, später dann auch in den neuen Bundesländern.
Die zweite Bodenzustandserhebung (BZE II) erfolgte in den Jahren 2006 bis 2008. Im Rahmen dieser Inventur wurden im Vergleich zu der BZE I der Zustand und die Veränderung der Waldböden in allen Bundesländern untersucht. Die Ergebnisse sind im Thünen-Report 43 veröffentlicht..

Eine dritte Waldbodenzustandserhebung (BZE III) wird bereits für die Jahre 2022 – 2024 geplant. Dies ist sehr sinnvoll, um die weitere Entwicklung im Abstand von ca. 15 Jahren vergleichbar zu messen. Dadurch können auch die langfristigen Wirkungen der Waldkalkung für den Waldbodenschutz in einem repräsentativen Umfang nachgeprüft werden. Es ist zu hoffen, dass die Ergebnisse schneller verfügbar werden, als es bei der BZE II der Fall war.

Die Ergebnisse der Waldzustandsberichte der waldreichsten Bundesländer sowie der aktuelle Bodenzustandsbericht der BZE II sind durch Anklicken der nachfolgenden Stichworte abrufbar.
Empfehlenswert sind besonders die Berichte aus Rheinland-pfalz 2017 zum Thema „Nährstoffmanagement im Wald“ und Baden-Württemberg 2015, in dem insbesondere die Aspekte Bodenschutz, Bodenversauerung und Bedeutung der Waldkalkung für den Waldbodenschutz überzeugend erklärt werden.

Waldbodenzustandsberichte (BZE I + II)

Die Ergebnisse der zweiten Bodenzustandserhebung (BZE II) für Waldböden wurden 2016 im Thünen-Report 63 veröffentlicht. Dabei wurden viele positive Ergebnisse zur Wirkung der Waldbodenschutzkalkung gefunden. In dem Thünen Report 63 finden Sie viele interessante, detaillierte Ergebnisse.

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Waldzustandsberichte 2020

Baden-Württemberg 2020

Kernaussagen des WZB BaWü zum Thema Waldkalkung:

Die Bodenschutzkalkung im Wald ist ein etabliertes Instrument zur Kompensation von externen Säureeinträgen, zur Regeneration von Bodenfunktionen und zum Erhalt bzw. zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit (s. Abb. 46). Sie stellt somit eine Maßnahme zum Erhalt stabiler Waldökosysteme dar, wie dies unter anderem im Landeswaldgesetz als Zielsetzung beschrieben ist (LWaldG BW § 1 Abs. 1).

Nach Kalkungsmaßnahmen gehen die Kronenverlichtung und auch die Vergilbungsrate bei Fichte und Tanne zurück. Die Bodenschutzkalkung bewirkt auch eine deutliche Vitalisierung der Waldbestände und einer Erhöhung der Widerstandsfähigkeit der Bäume gegenüber anderen Belastungen.
Das in Baden-Württemberg durchgeführte Kalkungsprogramm zielt auf eine langfristige Regeneration der natürlichen chemischen Ausstattung der Waldböden. Dieses Konzept ist standortsdifferenziert und darauf ausgerichtet, versauerungsgefährdete Böden an einen vor- bzw. frühindustriellen chemischen Zustand anzunähern. In Baden-Württemberg sollen die Verfahrensabläufe bei der Planung und Durchführung von Waldkalkungsmaßnahmen beschleunigt werden, um die gesteckten Ziele im Zeitplan zu erreichen.

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Hessen 2020

Kernaussagen des WZB Hessen zum Thema Waldkalkung:

Die nachhaltige Säurepufferkapazität aus der Verwitterung reicht auf den nährstoffarmen Waldstandorten jedoch auch unter Berücksichtigung der Baseneinträge nicht aus, um die Säureeinträge vollständig zu kompensieren. Eine standortsangepasste Kalkung zum Schutz der Waldböden und der Erhaltung ihrer Filterfunktion für das Grundwasser wird empfohlen.

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Niedersachsen 2020

Kernaussagen des WZB NDS zum Thema Waldkalkung:

Der Boden ist neben dem Klima wichtigster Standortsfaktor für unsere Wälder. Bodenchemische Untersuchungen belegen, dass die Stoffeinträge aus der Luft abgenommen haben.
Die Kompensationskalkungen tragen dabei (deutlich) zur Erhaltung der Bodengesundheit bei. Vergilbungen der Nadeln und Blätter sind häufig ein Indiz für Magnesiummangel in der Nährstoffversorgung der Waldbäume. Die Waldkalkungen mit magnesiumhaltigen Kalken haben (wesentlich) dazu beigetragen, das Auftreten dieser Mangelerscheinung zu reduzieren. Eine standortsangepasste Kalkung zum Schutz der Waldböden und der Erhaltung ihrer Filterfunktion für das Grundwasser wird empfohlen.

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Nordrhein-Westfalen 2020

Kernaussagen des WZB NRW zum Thema Waldkalkung:

In den drei ungewöhnlich trockenen und warmen Jahren 2018, 2019, 2020 hat die Wasserversorgung der Pflanzen und somit die Wasserverfügbarkeit im Boden eine sehr wesentliche Rolle bezüglich der neuen Waldschäden gespielt. Dies wird in dem NRW-Bericht ausgeführt. –
Leider wird dabei nicht der positive Einfluss der Bodenschutzkalkung bzw. von einer höheren Basensättigung betrachtet. Dies sollte untersucht werden. Forstliche Maßnahmen sollen auch zur Stabilisierung und Stärkung des Waldes dienen (z. B. Reduktion der Bodenversauerung durch Bodenschutzkalkung, Baumartenwahl, Förderung von Mischbeständen). Diese zunehmende Dynamik der Waldökosystemen unterstreicht die Bedeutung des forstlichen Umweltmonitorings als Informationsquelle und Feedback-Instrument für Politikmaßnahmen. –
Anmerkung: Die Erkenntnisse sollten objektiv und konsequent zu konkreten Maßnahmen – wie z.B. Bodenschutzkalkung – führen.

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Rheinland-Pfalz 2020

Kernaussagen zum Thema Waldkalkung:

Auf den in Rheinland-Pfalz häufig basenarmen Waldböden reichen die Basenfreisetzung aus der  ineralverwitterung und der Basenkationeneintrag aus der atmosphärischen Deposition meist nicht aus, diese Säurebelastungen ökosystemverträglich zu puffern.
Daher sind zum Schutz unserer Waldökosysteme nach wie vor weitere Anstrengungen zur Verringerung der Emission der Säurevorläufer und eine Fortsetzung der Bodenschutzkalkungen erforderlich.

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Saarland 2020

Kernaussagen im WZB Saarland:

– Besonders wichtig sind mir (Min Josten) dabei diesmal der Bericht zur Versauerung von Waldböden und der damit einhergehenden Notwendigkeit von Kompensationskalkungen.
– … Zudem liegt die Säurebelastung – ohne Gegenmaßnahmen wie die Bodenschutzkalkung – noch über dem Pufferpotenzial vieler Waldstandorte.

– Zum Schutz unserer Waldökosysteme vor fortschreitender Versauerung sind daher, nach wie vor, weitere Anstrengungen zur Verringerung der Emission der Säurevorläufer und
eine Fortsetzung von Bodenschutzkalkungen erforderlich.

Extra Kapitel:
Wiederholungskalkung von Waldbeständen zur nachhaltigen Sicherung der Bodenvitalität
… 
für die vor 15 Jahren gekalkten Flächen im Raum Homburg ist eine Wiederholungskalkung dringend angezeigt. In einem ersten Schritt wird in den Wintermonaten 2020/21 dort zunächst eine Fläche von ca. 400 ha Staatswald ein weiteres Mal gekalkt.

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Sachsen-Anhalt 2020

Kernaussage bezüglich Waldkakung:

Die nachhaltige Säurepufferkapazität aus Verwitterung reicht auf den oft nährstoffarmen Waldstandorten jedoch auch unter Berücksichtigung der Baseneinträge nicht aus, um die Säureeinträge vollständig zu kompensieren. Eine standortsangepasste Kalkung zum Schutz der Waldböden und der Erhaltung ihrer Filterfunktion für das Grundwasser wird empfohlen.

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Schleswig-Holstein 2020

Kernaussage zum Thema Bodenschutzkalkung:

Die nachhaltige Säurepufferung aus Verwitterung reicht auf den oft nährstoffarmen Waldstandorten jedoch auch unter Berücksichtigung der Baseneinträge nicht aus, um die Säureeinträge vollständig zu kompensieren. Eine standortsangepasste Kalkung zum Schutz der Waldböden und der Erhaltung ihrer Filterfunktion für das Grundwasser kann empfohlen werden.

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Waldzustandsberichte 2019

Baden-Württemberg 2019

Ergebnisse der zweiten Bodenzustandserhebung in Baden-Württem-berg (BZE 2) belegen den positiven Effekt der regenerativen Bodenschutzkalkung auf anthropogen versauerten Waldstandorten.

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Hessen 2019

Die nachhaltige Säurepufferkapazität aus Verwitterung reicht auf den oft nährstoffarmen Waldstandorten jedoch auch unter Berücksichtigung der Baseneinträge nicht aus, um die Säureeinträge vollständig zu kompensieren.
Eine standortsangepasste Kalkung zum Schutz der Waldböden und der Erhaltung ihrer Filterfunktion für das Grundwasser kann empfohlen werden.

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Niedersachsen 2019

Die Kompensationskalkung trägt wirksam zur Erhaltung der Bodengesundheit bei. –
Eine standortsangepasste Kalkung zum Schutz der Waldböden und der Erhaltung ihrer Filterfunktion für das Grundwasser kann empfohlen werden.

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Rheinland-Pfalz 2019

Daher sind zum Schutz unserer Waldökosysteme immer noch weitere Anstrengungen zur Verringerung der Emission der Säurevorläufer und eine Fortsetzung der Bodenschutzkalkungen erforderlich.

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Sachsen 2019

Die Kalkung der Wälder zum Ausgleich der Säurebelastung, … führten hier zu einer durchgreifenden Verbesserung der Benadelung und stimulierten das Baumwachstum.

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Sachsen-Anhalt 2019

Eine standortsangepasste Kalkung zum Schutz der Waldböden und der Erhaltung ihrer Filterfunktion für das Grundwasser kann empfohlen werden.

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Ältere Waldzustandsberichte

Zu den Waldzustandsberichten bis einschließlich 2013.

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