Zum Internationalen Tag des Waldes: Eine nachhaltige Bewirtschaftung und Holzproduktion mit Bodenschutzkalkung unterstützen

Anlässlich des Internationalen Tages des Waldes (am 21. März) appelliert die Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) an alle Verantwortlichen im deutschen Forstsektor, die Bedeutung und den Handlungsbedarf hinsichtlich der Waldbodenversauerung und Waldkalkung ernst zu nehmen und nicht zu vernachlässigen. Insbesondere die beiden Dürrejahre 2018 und 2019 haben gezeigt, dass gesunde Bäume und Wälder günstige Boden- und Wachstumsverhältnisse erfordern.

Ausführliche Informationen finden Sie in unserer Pressemitteilung vom 09.03.2020.

Grüne Woche: Forstexperten diskutieren die Bedeutung der Bodenschutzkalkung im Klimawandel

Kurz nach der Eröffnung der Internationalen Grünen Woche 2020 (IGW) in Berlin diskutierten der Waldbeauftragte der Bundesregierung Cajus Julius Caesar, der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) Georg Schirmbeck und Dr. Klaus von Wilpert, ehemaliger Leiter der Abteilung Boden und Umwelt in der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Freiburg mit dem Moderator Dr. Reinhard Müller von der Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) über die Bedeutung der Bodenschutzkalkung in Zeiten des Klimawandels und im Zusammenhang mit der aktuellen Waldschadensproblematik. Die drei Experten befürworteten einhellig eine kontinuierliche Bodenschutzkalkung auf sehr stark versauerten Waldböden. Dort sei sie weiterhin eine erforderliche Maßnahme, um auch in Zukunft nachhaltige Waldwirtschaft betreiben zu können.

Ausführliche Informationen finden Sie in unserer Pressemitteilung vom 17.01.2020.

Kommunen und FBGs nutzen Fördergelder zur Waldkalkung

Zwei trockene Sommer und der Borkenkäfer haben vielen Wäldern in den letzten beiden Jahren stark zugesetzt. Für Schutzmaßnahmen der Wälder und Waldböden stehen kommunalen und privaten Waldbesitzern über die Gemeinschaftsaufgabe „Agrarstruktur und Küstenschutz“ (GAK) ein gut gefüllter Topf an Fördergeldern zur Verfügung.

Die Forstbetriebsgemeinschaft Obere Saale nutzt die Fördermöglichkeiten des Landes Thüringen, um im Januar und Februar 2020 im Raum Tanna eine Waldfläche von insgesamt 372 Hektar zu kalken. Sollten weitere Fördergelder fließen, könnte im Anschluss ein ähnlich großes Waldgebiet südlich von Tanna gekalkt werden.

Auch die Gemeinde Mosbach im Odenwald setzt bereits seit vielen Jahren auf Bodenschutzkalkungen. „Der Kalk sorgt für eine Regeneration des Basenhaushalts im Waldboden und hilft, eingetragene Säuren abzupuffern. Damit vermeiden wir z.B. Wurzelschäden, die durch einen dauerhaft niedrigen pH-Wert entstehen würden“, erklärt der Revierleiter Erwin Winterbauer. Auch für die Qualität des Grundwassers sei die Kalkung bedeutend, ein zu niedriger pH-Wert des Waldbodens könne nämlich zur Auswaschung von Schadstoffen führen, berichtet Winterbauer.

Von den Gesamtkosten der diesjährigen Waldkalkungsaktion in Höhe von rund 241.000 Euro blieb dank der staatlichen Förderung nur noch ein Eigenanteil von ca. 55.000 Euro. Das entspricht einer Förderquote von rund 77 Prozent.

Mehr Informationen zu den Fördermöglichkeiten für Waldbesitzer finden Sie auf dieser Seite.

(Quellen: Ostthüringer ZeitungRhein-Neckar-Zeitung)

Reinhold Jost erhält SDW-Waldschutz-Preis 2019

Der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Dr. Wolfgang von Geldern, ehrte im Rahmen eines Parlamentarischen Abends am 27. November Reinhold Jost, den Umweltminister des Saarlandes, mit der 16. Goldenen Tanne. Der in Kooperation mit der Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) verliehene Ehrenpreis würdigt den langjährigen Einsatz des Preisträgers für die Zukunftssicherung des Waldes und die kontinuierliche Bodenschutzkalkung im Saarland.

Von Geldern betonte vor zahlreichen Bundestagsabgeordneten und Ehrengästen die Bedeutung des Engagements von politischen Entscheidern wie Reinhold Jost für den Wald: „Gerade jetzt in der neuen Krise des Waldes in Deutschland durch extreme Trockenheit und außerordentlichen Borkenkäferbefall braucht der Wald besondere Unterstützung. Aber Waldschutz ist auch eine kontinuierliche, dauerhafte Aufgabe. Und dies wurde im waldreichen Saarland schon langjährig vorbildlich praktiziert und von Minister Jost und dem Saarforst Landesbetrieb sehr gut unterstützt.“

Ausführliche Informationen finden Sie in unserer Pressemitteilung vom 29.11.2019.

Erfolgsmeldung aus dem Schwarzwald

Einen Erfolg der Waldkalkungen als Bodenschutzmaßnahme meldet der Schwarzwälder Bote: „Im Zuge von bereits früher durchgeführten Kalkungen, hat sich die Situation des Oberbodens im Vergleich zur Zeit der industriellen Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts deutlich verbessert. Damals gelangten Luftschadstoffe durch den Regen in die Waldböden, wo in den tieferen Bodenschichten der Regenerierungs-Prozess aber immer noch nicht abgeschlossen ist.“

Den Anlass für diese frohe Kunde bieten die Kalkungsmaßnahmen in Villingen-Schwenningen im August und September 2019. Die Zeitung berichtet, dass auf 1.200 Hektar wieder insgesamt 4.000 Tonnen Dolimit und Dolimit-Holzaschgemisch per Helikopter verteilt werden. Projektleiter für den Stadtwald ist Christoph Vögele, der im Forstamt das Revier 2 (Volkertsweiler, Laible, vord. Neuhäusle) betreut.

Die nächste Kalkung sei in zwei Jahren geplant, um Nährstoffe wie Magnesium, Calcium und Phosphor in die Waldböden einzutragen und die Abwaschung von toxischen Elementen wie Aluminium und Schwermetallen zu Lasten der Trinkwasserqualität zu verhindern.

Sachsenforst: Kalk gefährdet Pilz- und Beerengenuss nicht

Pilze und Beeren können nach Aufhebung der Sperrungen von gekalkten Flächen gesammelt und nach dem Waschen genossen werden. Das teilt der Staatsbetrieb Sachsenforst, Forstbezirk Neustadt, anlässlich der aktuellen vierwöchigen Waldkalkungen mit.

Seit Mitte Juli 2019 fliegen über Teilen der Forstreviere Neustadt, Hohwald, und Unger wieder Hubschrauber zur Kalkausbringung. Im Forstbezirk Neustadt werden die kommunalen, privaten und staatlichen Waldgebiete zwischen Sebnitzer Wald, Lauterbach und nördlich Langburkersdorf, auf einer Fläche von insgesamt 684 Hektar (ha) mit Kalk aus gemahlenem Dolomitgestein versorgt.

Das Magnesium – Kalzium – Karbonatgemisch neutralisiert saure Einträge aus Luftschadstoffen im Boden, die das Feinwurzelsystem der Waldbäume schädigen. Die Kalkung mit einer Aufwandmenge von drei Tonnen pro Hektar (insgesamt 5.500 Tonnen Kalk) wird im Rhythmus von zehn Jahren wiederholt durchgeführt. Ziel ist eine Verbesserung des Bodenzustandes durch Abpufferung der sauren Einträge durch Luftschadstoffe und damit eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes der Waldbestände. Gemäß der Kalkungsrichtlinie werden dabei Flächen in Naturschutzgebieten und Wälder auf empfindlichen Nassstandorten grundsätzlich ausgespart.

Die Maßnahme wird zu 100 Prozent durch die Europäische Union und den Freistaat Sachsen finanziert und ist für die Waldeigentümer kostenfrei.

Bodenschutzkalkung hilft versauerten Waldböden im Stadtkreis Pforzheim

Wie die Forstbehörde der Stadt Pforzheim mitteilt, findet im Juli 2019 auf Staatswaldflächen eine Bodenschutzkalkung statt. Mit der Ausbringung von Kalk soll die Versauerung der Waldböden abgemildert und die natürlichen Regenerationsprozesse der Böden unterstützt werden. Die örtlichen Experten sehen darin „eine gute Basis für klimastabile Wälder, die viele wichtige Funktionen haben, beispielsweise als Wasserfilter und Erholungsraum“.

Der mit der Bodenschutzkalkung beauftragte Förster Mario Seefelder beschreibt die positiven Auswirkungen der Waldkalkung wie folgt: „Die bundesweite Bodenzustandserhebung II hat gezeigt, dass eine gezielte Kalkung von Waldflächen die Situation hinsichtlich pH-Wert, Basensättigung, Kohlenstoffspeicherung, Vielfalt und Häufigkeit von Bodenlebewesen auf durch Menschen verursachten versauerten oder zur Versauerung neigenden Waldböden deutlich verbessert.“

Baden-Württemberg setzt seit rund zehn Jahren Gemische aus Dolomit, Holzasche und Wasser für die Bodenschutzkalkung ein, die entweder mit Hubschrauber ausgebracht oder mittels speziell ausgerüsteter Fahrzeuge vom Boden aus verblasen werden. Mit dem Kalkungskonzept von ForstBW im Staatswald soll ein natürlicher Bodenzustand, als Grundlage für einen Wald mit hoher Biodiversität und guten Voraussetzungen für den bevorstehenden Klimawandel erreicht werden.

Eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen durch das Kalkmaterial besteht nicht. In den Waldgebieten, die mit Naturkalk versorgt werden, kommt es während der Ausbringungsarbeiten zu Wegesperrungen, damit Waldbesucher keinerlei Risiko ausgesetzt sind.

Qualitätssicherung bei Holzascheausbringung definiert

Die Prüfrichtlinie für das neue DLG Qualitätssiegel „Produkte zur Bodenschutzkalkung im Wald“ ist fertiggestellt. „Damit haben die Forstdirektion-Abteilung des Regierungspräsidiums Freiburg, die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt und die DLG e.V. die Grundlage für eine zukunftsorientierte, umfassende und effiziente Qualitätssicherung der in der Waldbodenschutzkalkung eingesetzten Materialien geschaffen. Erstmalig werden die definierten Qualitätsstandards während der gesamten Prozesskette von einer neutralen und externen Stelle überwacht“, sagte der baden-württembergische Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, in Stuttgart.

Durch hohe atmosphärische Säureeinträge seien viele Waldböden stark versauert und an Nährelementen verarmt. „Die Bodenzustandserhebung II hat gezeigt, dass eine gezielte Kalkung dieser Waldflächen die Stabilität der Wälder langfristig verbessert. In Baden-Württemberg werden seit rund zehn Jahren Gemische aus Kalkstein (Dolomit), Holzasche und Wasser für die Bodenschutzkalkung eingesetzt“, erklärte Forstminister Hauk. Holzasche werde in den Fällen zugesetzt, wenn Bodenproben einen Mangel an Kalium und Phosphor anzeigen. Dabei ersetzt die Holzasche das bis ins Jahr 2008 bei Kaliummangel verwendete Kaliumsulfat.

„Mit der neuen Prüfrichtlinie ist ein wichtiger Meilenstein in der Qualitätssicherung für die Waldbodenschutzkalkung und für eine mögliche Nährstoffrückführung erreicht. Wir sind davon überzeugt, dass das neue Verfahren zudem den Bearbeitungsaufwand bei den Forstbehörden deutlich reduzieren wird. Ein definiertes und qualitätsgesichertes Produkt vereinfacht die Ausschreibung und die Vergabe“, betonte Minister Hauk. Es schaffe zudem mehr Rechtssicherheit im Rahmen der Förderung von EU, Bund und Land in Bezug auf die geforderte Qualität des eingesetzten Materials.

(Quelle: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg)

120 Tonnen Kalk für den Wald im Schlosspark Benrath

Nicht nur viele Landeswälder kämpfen mit den Folgen einer zunehmenden Bodenversauerung, auch immer mehr private Wälder und Parkanlagen sind betroffen. Ein Beispiel ist der Parkwald im Schloss Benrath bei Düsseldorf. Laut Angaben der Stadt werden dort am 19. und 20. März 2019 rund 120 Tonnen Kalk ausgebracht, die den pH-Wert des Bodens wieder auf ein normales Niveau anheben sollen. Ein Klein-LKW mit einem speziellen Gebläse wird den Kalk von den Wegen aus bis zu 60 Meter tief in den Wald einbringen.

Der Boden ist die Basis für das Wachstum und den Stoffkreislauf der Wälder. Er versorgt die Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen. Negative Umwelteinflüsse haben den pH-Wert des Bodens im Parkwald Benrath deutlich gesenkt und ein saures Bodenmilieu entstehen lassen. Dadurch wird die Verfügbarkeit vieler Nährstoffe eingeschränkt und die Bodenstruktur negativ beeinflusst. Lebewesen wie Mikroorganismen und Regenwürmer können in einem solchen Milieu nicht überleben.

Gegen die Versauerung helfen Bodenschutzkalkungen, die die Leistungsfähigkeit des Waldbodens nachhaltig wiederherstellen und erhalten. Dabei wird Kalk in den Wald eingebracht, um dort schonend den pH-Wert des
Bodens zu erhöhen und der Versauerung entgegenzuwirken.

(Quelle: Pressestelle der Landeshauptstadt Düsseldorf)

Podiumsdiskussion auf der Grünen Woche zeigte die Bedeutung der Bodenschutzkalkung für den Wald

Warum sind Bodenschutzkalkungen für den Waldboden, den Wald und für die Trinkwasserqualität wichtig? Diese Frage erörterten anlässlich der Grünen Woche und auf Einladung der Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) namhafte Experten im Rahmen der Podiumsdiskussion „Waldbodenschutz durch Waldkalkung – gut für Boden, Wald und Wasser“ in Halle 4.2.

Der Waldbeauftragte der Bundesregierung Cajus Julius Caesar, der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) Georg Schirmbeck und Dr. Klaus von Wilpert, ehemaliger Leiter der Abteilung Boden und Umwelt in der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Freiburg waren sich im Wesentlichen einig: Bei sehr stark versauerten Waldböden ist die Bodenschutzkalkung eine sinnvolle, ja notwendige Maßnahme, um weiterhin nachhaltige Waldwirtschaft betreiben zu können.

„Viele Forschungsergebnisse und auch die zweite Bodenzustandserhebung (BZE II) haben nachgewiesen, dass die gewünschten Wirkungen der Kalkung im Waldboden erreicht werden können und keine wesentlichen Nachteile auftreten“, fasste Dr. von Wilpert die wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Podiumsdiskussion finden Sie in dem folgenden Video oder in der Pressemitteilung vom 19.01.2019.