Gesunde Böden als Basis der Bioökonomie in Wald und Flur

Pressemitteilung vom 29. November

Zum „Weltbodentag“ am 05.12.2021

Die EU-Bodenstrategie 2030 zeigt auf, wie wichtig gesunde Böden für die Natur, für eine nachhaltige Bewirtschaftung und für die Bioökonomie sind. Dies gilt sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Forstwirtschaft. Daher sollen auch die Waldböden gesund sein und eine übermäßige Versauerung durch Bodenschutzkalkungen kompensiert werden.

Köln, 29.11.2021.  Am Weltbodentag wird auf die Bedeutung der Bodengesundheit generell und für die Bioökonomie im Besonderen aufmerksam gemacht. Dieses Ziel verfolgen gleich zwei neue EU-Strategien: die EU-Bodenstrategie 2030 und die EU-Waldstrategie 2030. Als politische Zielsetzung fordert letztere, dass die Pflege von Waldböden von besonderer Bedeutung ist, da eine starke Abhängigkeit zwischen Bäumen und den Böden, auf denen sie wachsen, besteht. Die Baumwurzeln müssen alle essentiellen Elemente und Nährstoffe aus dem Boden erhalten. Daraus folgt für die EU-Kommission, dass die Bodeneigenschaften und Ökosystemdienstleistungen des Bodens als Grundlage gesunder und produktiver Wälder geschützt werden müssen.

Die EU-Bodenstrategie 2030 definiert den Begriff „gesunde Böden“ so, dass die Böden in einer guten chemischen, biologischen und physikalischen Kondition (Verfassung) sein sollen. Als Ziel wird u.a. gefordert, dass der Bodendegeneration entgegengewirkt werden soll.

Eine Form von Bodendegeneration ist die übermäßige Versauerung. In Deutschland sind ca. 40 Prozent der Acker- und Grünlandböden und auch über 30 Prozent der Waldböden so stark versauert, dass die angebauten Kulturpflanzen sowie eine Reihe von Baumarten nicht optimal wachsen. Daher sollte der Bodenversauerung mittels Kalkung entgegengewirkt werden – sowohl im landwirtschaftlichen Pflanzenbau als auch in der Forstwirtschaft.

Bei sehr stark versauerten Waldböden werden schon seit vielen Jahren Bodenschutzkalkungen vorgenommen; aber leider viel zu wenige, wie Dr. Reinhard Müller, Experte der Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) bemängelt. Er sagt: „Mit dem Umfang der Bodenschutzkalkung der letzten fünf Jahre kann in Deutschland eine Stabilisierung der sehr stark versauerten Waldökosysteme nicht erreicht werden. Solange die Böden nicht gesund sind, solange können die Bäume nicht klimawandelresilient werden.“

Neuer Forschungsbericht zur Wirksamkeit der Bodenschutzkalkung

Die positiven Wirkungen der Bodenschutzkalkung im Wald wurden bereits durch die BZE II-Ergebnisse dokumentiert. Nun gibt es eine neue wissenschaftliche Ausarbeitung über die Vorteile und Grenzen der Waldkalkung. Dr. Heike Puhlmann, Abteilungsleiterin Boden und Umwelt der FVA Baden-Württemberg, hat mit Anderen in der Schriftreihe „BERICHTE FREIBURGER FORSTLICHE FORSCHUNG“ das HEFT 104 mit dem Thema „Regenerationsorientierte Bodenschutzkalkung in den Wäldern Baden-Württembergs“ herausgebracht. Diese Evaluierung der Umsetzung und der Wirksamkeit des Kalkungsprogramms in den Jahren 2010 bis 2019 (in Baden-Württemberg) belegt sehr umfassend die Leistungen, Vorteile und Grenzen der Bodenschutzkalkung. Dieser lesenswerte Bericht, anhand dessen sich der Leser ein fachliches Urteil bilden kann, ist öffentlich im Internet verfügbar: Link zu dem Bericht (Heft 104). Als Fazit wird der weitere Bedarf der Bodenschutzkalkung für entsprechend versauerte Waldböden festgestellt.

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Gewinner beim Düngekalk-Fotowettbewerb 2021 ermittelt

Pressemitteilung vom 29. November 2021

Zum Fotowettbewerb der Düngekalk Hauptgemeinschaft

Bei dem Fotowettbewerb der Düngekalk-Hauptgemeinschaft zum Thema „Düngekalk-Einsatz in Land- und Forstwirtschaft“ sind beeindruckende Fotos und Videos eingegangen. Die Jury ermittelte sieben Gewinner.

Köln, 29.11.2021 Die Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) hat im Sommer 2021 einen Fotowettbewerb zum Thema „Düngekalk-Einsatz in der Land- und Forstwirtschaft“ ausgeschrieben, der Ende September endete. Die zahlreichen Einsendungen von Fotos und Videos zeigen interessante Momente der Kalkdüngung in der Landwirtschaft, im Obstbau sowie im Wald. Die unterschiedlichen Kalkanwendungen belegen auch die Bedeutung der Kalkung für die Bodenfruchtbarkeit und die Bodengesundheit. Für sehr viele Landwirte gehört eine regelmäßige Kalkung – auf Basis einer vorangegangenen Bodenuntersuchung – zur guten fachlichen Praxis und zur nachhaltigen Bodennutzung.

Nun hat eine unabhängige Jury der DHG die folgenden Gewinner in den zwei Kategorien „Foto“ und „Video“ ermittelt.

Sieger in der Kategorie Foto:

  • 1. Platz: Matthias Böhmler, Esslingen, mit Foto-Titel „Kalkabwurf“ (Foto als Anlage)
  • 2. Platz: Bernhard von Blanckenburg, Dorsten, mit dem Foto-Titel „Eins, zwei, drei – und los!“ (Foto als Anlage)
  • 3. Platz: Sophie Stoltenberg, Wisch, mit dem Foto-Titel „Feenstaub“ (Foto als Anlage)

Sieger in der Kategorie Video:

  • 1. Platz:  Nicole Vermeulen, Bocholt, Video-Titel „Kalkstreuen mit moderner Hufgard-Technik beim LU Bollwerk in Bocholt“
  • 2. Platz:  Leopold Schulenburg, Berlin, Video-Titel „Kalkausstreuung nahe Teisendorf“
  • 3a. Platz: Steffen Rath, Alfter, Video-Titel „Effiziente Kalkausbringung mit dem Lohnunternehmen Althausen im Rheinland“
  • 3b. Platz: Johannes Franzen, Schillingen, Video-Titel „Franzen Agrar Service bei Adams-Philippi GbR im Einsatz“

Die Bilder und Videos der Gewinner sind auf der DHG-Website www.naturkalk.de und auf YouTube veröffentlicht worden. Die Fotos bilden zudem einen Grundstock für ein frei verfügbares Fotoarchiv der DHG zum Thema Kalkdüngung. Die DHG dankt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an dem Fotowettbewerb und gratuliert den Gewinnerinnen und Gewinnern.

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Waldstrategien 2030 beinhalten Bodenschutzkalkung

Pressemitteilung vom 20. Oktober 2021

Zur europäischen und deutschen Waldstrategie 2030

Sowohl die Kommission der Europäischen Union als auch die Bundesregierung in Deutschland haben in jüngster Zeit neue Waldstrategien für den Schutz, die Nutzung und die Förderung der Wälder veröffentlicht. Damit werden die Ziele und Handlungspfade für eine nachhaltige Entwicklung der Wälder für die nächsten zehn Jahre aufgezeigt. Auch die Bodenschutzkalkung wird als eine hilfreiche Maßnahme angesehen, um gesunde Bodeneigenschaften für eine nachhaltige Waldnutzung zu gewährleisten.

Köln,20.10.2021. Die kürzlich veröffentlichten neuen Waldstrategien der Europäischen Union (EU) und Deutschlands (BMEL) wollen einen Beitrag zum Erreichen der Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung leisten. Das UN-Ziel 15 besagt: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der Biodiversität ein Ende setzen.

Zum Erreichen dieser Ziele sind der Bodenschutz und auch speziell die Bodenschutzkalkung versauerungsgefährdeter Waldböden weiterhin ein sehr wichtiger Baustein der nachhaltigen Waldbewirtschaftung. „Daher soll in Deutschland und Europa eine kontinuierliche und angemessene Realisierung der Bodenschutzkalkung in allen Bundesländern gewährleistet werden“, betont Bodenexperte Dr. Reinhard Müller für die Initiative „naturkalk“ anlässlich einer Podiumsdiskussion.  Dafür bedürfe es einerseits einer hinreichenden und möglichst unbürokratischen Förderung seitens der EU, des Bundes und der Bundesländer. Andererseits seien für die praktische Realisierung (Antragbearbeitung, Beratung, Management) auch genügend Personalkapazitäten in den Forstämtern und Verwaltungen bereitzustellen.

Kein gesunder Wald ohne gesunde Waldböden

In der EU-Waldstrategie wird die besondere Bedeutung der Pflege von Waldböden betont, da eine starke Abhängigkeit zwischen den Bäumen und den Böden besteht. Für das Gedeihen von Bäumen müssen die Baumwurzeln alle essenziellen Elemente und Nährstoffe aus dem Boden erhalten. Die Bodeneigenschaften und Ökosystemdienstleistungen des Bodens müssen daher als Grundlage gesunder und produktiver Wälder geschützt werden.

In der deutschen Waldstrategie 2030 wird festgestellt, dass durch Schwefel- und Stickstoffeinträge verursachte Prozesse (wie z. B. Versauerung und Eutrophierung bei gleichzeitiger Austragung basischer Nährstoffe) viele Waldböden bereits tiefgreifend verändert sind. Dies habe Folgen für die forstliche Produktion, die Stabilität der Wälder und die Ökosystemleistungen des Waldes sowie auch für die Biodiversität und den Bodenwasserkörper. Die Waldstrategie sieht viele Waldökosysteme an der Grenze ihrer Belastbarkeit.

Dr. Müller fordert daher: „Die Bodenschutzkalkung ist auf stark versauerten Waldböden unverzichtbar und darf nicht vernachlässigt werden. Sie muss als Teil einer nachhaltigen und vorsorgenden Waldbewirtschaftung auf bedürftigen Standorten sogar verstärkt werden. Nur auf gesunden Böden kann die langfristige Anpassungsfähigkeit der Wälder an den Klimawandel gewährleistet werden.“

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Fotowettbewerb zum Düngekalk-Einsatz

Pressemitteilung vom 24. Juni 2021

Zum Fotowettbewerb der DHG ab dem 01.07.2021

Köln, 24.06.2021 Die Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) im Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e.V. veranstaltet vom 01.07.2021 bis zum 30.09.2021 einen Fotowettbewerb und sucht die schönsten Fotos/Videos zum Thema „Düngekalk-Einsatz in der Land- und Forstwirtschaft“.

Dieser Fotowettbewerb soll dazu beitragen, die Kalkdüngung in der Landwirtschaft, im Obst- und Gemüseanbau sowie im Garten oder Wald bewusster wahrzunehmen und eindrucksvolle, spezielle Momente in Bildern oder Kurzfilmen festzuhalten. Die Motive können frei gewählt werden und aus den vorgenannten Bereichen stammen, soweit sie mit dem Thema in Verbindung stehen. Die Gewinner-Fotos werden auf der DHG-Website www.naturkalk.de veröffentlicht.

Düngekalk wird in der Landwirtschaft, im Garten, im Obst-, Gemüse- und Weinbau schon seit langer Zeit eingesetzt, um damit – bei Bedarf – den pH-Wert und die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Auch sehr stark versauerte Waldböden werden in Deutschland seit etwa 40 Jahren gekalkt, um die Vitalität der Bäume zu verbessern.

Die besten Bilder/Videos werden mit Preisen honoriert:

In der Kategorie Foto gibt es folgende Preise zu gewinnen:

  • der 1. Platz erhält 1.500,- €
  • der 2. Platz erhält 1.000,- €
  • der 3. Platz erhält 500,- €

In der Kategorie Video gibt es folgende Preise zu gewinnen:

  • der 1. Platz erhält 1.000,- €
  • der 2. Platz erhält 500,- €
  • der 3. Platz erhält 300,- €

Teilnahme

Fotos und/oder Kurzfilme (max. 3 Minuten) können unter folgendem Link eingesendet bzw. gespeichert werden: https://kalkduenger.hc-apps.de/

Einzelheiten zu den Teilnahmebedingungen sind am unteren Rand der Website verlinkt.
Die DHG wünscht allen Teilnehmern viel Vergnügen beim Fotografieren und viel Erfolg bei der Teilnahme am Fotowettbewerb.

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Kalk hilft Regenwürmern – besonders im sauren Waldboden

Pressemitteilung vom  8. Februar 2021

Zum „Tag des Regenwurms“ am 15.02.2021

Wenn viele Regenwürmer im Boden sind, ist dies ein Zeichen für dessen Gesundheit. Der Tag des Regenwurms am 15.02. soll auf die Bedeutung der Regenwürmer, der Bodenbiologie und des Bodens im Allgemeinen aufmerksam machen. Da die meisten Regenwurmarten pH-Werte zwischen 6,0 und 7,0 im Boden bevorzugen, ist eine starke Bodenversauerung – wie sie oft in Waldböden vorkommt – negativ für ihre Vermehrung und Lebensbedingungen. Deshalb hilft eine Kalkung den Regenwürmern bei sauren Böden.

Köln, 08.02.2021.  Am Tag des Regenwurms, am 15. Februar 2021, soll auf die Bedeutung der Regenwürmer für die Bodengesundheit aufmerksam gemacht werden. Wenn viele Regenwürmer im Boden vorkommen, ist dies ein Zeichen für gute Bedingungen und ein gesundes Erdreich. Sehr wichtig für Regenwürmer sind ein lockerer Boden, genügend Futter (abgestorbenes Pflanzenmaterial) und auch ein günstiger pH-Wert, der bestenfalls zwischen 6,0 und 7,0 liegt.
In vielen Waldböden, die sehr stark versauert sind (mit pH-Werten kleiner 4,2), können die meisten Regenwurmarten (z.B. der Tauwurm Lumbricus terrestris als „gewöhnlicher Regenwurm“ oder der Rote Waldregenwurm Lumbricus rubellus) und auch andere Mikroorganismen nicht mehr gut leben. Dadurch wird die Zerkleinerung und Mineralisierung abgestorbener Blätter und Nadeln stark gemindert, so dass sich auf stark saurem Mineralboden oft eine Schicht von wenig zersetztem organischen Material bildet (Humusform Moder).

In der Landwirtschaft (Acker- und Grünlandböden) werden die Böden üblich regelmäßig gekalkt, um die pH-Werte – bodenartspezifisch – in einem günstigen, fruchtbaren Bereich zwischen 5,5 und 7,5 zu behalten (siehe hierzu VDLUFA-Standpunkt „Kalkbedarf von Acker- und Grünlandböden“). Denn in diesem pH-Bereich wachsen die meisten Pflanzenarten – auch Bäume – am besten.  Auch für Regenwürmer und die meisten Bodenlebewesen sind pH-Werte zwischen 5,5 und 7,5 im Boden vorteilhaft. Für Regenwürmer und das Wurzelwachstum kommt es dabei besonders auf den Gehalt von Calcium (Ca) und Aluminium (Al) in der Bodenlösung und an den Nährstoffsorptionsstellen an. Sinkt der pH-Wert im Boden unter 5,0, so sinkt die Calciumkonzentration in der Bodenlösung und die schädliche, lösliche Aluminiumkonzentration steigt.

Bei sehr stark versauerten Waldböden (pH-Wert kleiner 4,2) sind Bodenschutzkalkungen sehr sinnvoll und ratsam. Um allerdings eine spürbare Stabilisierung solcher Waldökosysteme zu erreichen und wieder mehr Regenwürmer in diese Waldböden zu bekommen, ist der pH-Wert nachhaltig über den kritischen Wert von 4,2 anzuheben. Dazu sind häufig mehrfache Bodenschutzkalkungen erforderlich. Dies sollte von Waldeigentümern, Förstern und Jedem bedacht werden, wenn über Boden, Bodengesundheit, Regenwürmer oder Bodenschutzkalkung gesprochen oder nachgedacht wird.

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Waldsterben 2.0: Kalkungsbedarf so dringend wie nie zuvor

Pressemitteilung vom 10. Dezember 2020

Waldzustandsberichte 2020 erschienen

Die ersten Waldzustandsberichte 2020 liegen für sechs Bundesländer vor. Sie zeigen, dass es dem deutschen Wald immer schlechter geht. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Mindestens 16 Prozent aller Waldböden sind derart versauert, dass sie ohne aktive Sanierung durch die Forstwirtschaft längerfristig nicht regenerieren können. Auf diesen Flächen können nur noch konsequente und mehrmalige Waldkalkungen helfen.

Köln, 10. Dez. 2020. Die ersten Waldzustandsberichte (WZB) für 2020 sind für sechs Bundesländer (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt) erschienen. Sie zeigen alle, dass der deutsche Wald in einer noch größeren Krise steckt als während der Zeit des „Waldsterbens“ in den 1970er-/80er-Jahren. Über 285.000 Hektar Wald sind in den letzten drei Jahren abgestorben. Das Zusammenwirken der sehr starken Bodenversauerung durch frühere Versauerungen und noch immer vorhandenen sauren Regen einerseits und den Auswirkungen des Klimawandels wie Trockenheit, Borkenkäferbefall, Waldbrände und extreme Witterungsereignisse andererseits setzen allen Baumarten in dramatischer Weise zu.
Zwei der wichtigsten Indikatoren für den Gesundheitszustand der Bäume, die Dichte der Kronen und der Blatt- bzw. Nadelverlust, haben sich noch einmal deutlich verschlechtert. Der Anteil der Bäume mit deutlicher Kronenverlichtung hat beispielsweise in NRW seit den letzten WZB von 42 auf 44 Prozent zugenommen und damit den höchsten Wert seit 1984, den Beginn der Erhebungen, erreicht.

Kranke Böden = kranke Wälder


Für den schlechten Zustand unserer Wälder ist an vielen Standorten die sehr starke Bodenversauerung mitverantwortlich. Da der Wald wie ein riesiger Filter wirkt, hat er die Säuren und andere Schadstoffe aus der Luft herausgefiltert. Das ist generell gut für die Luftreinheit, aber gleichzeitig verschlechtert der Wald dabei die eigenen Lebensbedingungen, da die Säuren die Waldböden versauern. Dadurch werden die Feinwurzeln der Bäume geschädigt und damit die Wasser- und Nährstoffaufnahme gehemmt. Dies führt dazu, dass viele Bäume, insbesondere Fichte und Kiefer, (noch) flacher wurzeln als ohnehin schon und ihre Wurzeln nicht mehr den gesamten Wurzelraum ausfüllen. Dem Klimawandel sind die Waldbäume dann umso mehr ausgeliefert, denn ihre Sensitivität gegenüber Trockenheit ist viel größer, wenn sie schon krank sind.

Waldkalkung optimales Sanierungsinstrument

Die Waldböden sind in vielen Regionen bereits so sauer, dass sie sich nicht mehr von selbst regenerieren können. Der Mensch muss dann eingreifen, um die Bäume klimastabil zu erhalten. Ein besonders bewährtes Instrument für eine aktive Verbesserung der pH-Werte ist die Waldkalkung. Vornehmlich wird Magnesiumkalk mittels Hubschraubern oder Verblasegeräten über den sehr stark versauerten Waldböden verteilt. Wie wichtig die Kalkung für geschädigte Waldböden tatsächlich ist, zeigt eine aktuelle Studie der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (Energieholzernte und stoffliche Nachhaltigkeit, EnNa). Sie errechnete einen Bedarf für Kalkung auf bundesweit 1,8 Mio. Hektar Waldfläche. Pro Jahr müssten rund 124.000 Hektar Fläche bearbeitet werden, und zwar mit mindestens 5 Tonnen Kalk pro Hektar. Die Studie empfiehlt 2-3 Kalkungen über eine Laufzeit von 20 bis 30 Jahren in allen geschädigten Gebieten. Damit bleiben die Forscher sogar noch unter den Schätzungen des Bodenzustandsberichts 2, der sogar eine doppelt so große Fläche mit Kalkungsbedarf feststellte.

Bodenschutzkalkung muss höhere Priorität bekommen

Der Kalkungsbedarf ist von der Forstwirtschaft vielerorts zwar erkannt worden. Aber bei der Umsetzung stockt es in mehreren Bundesländern seit Jahren. Beispiel Baden-Württemberg: Von den 2010 geplanten bedürftigen 210.000 Hektar Wald wurden bis heute nur ca. 65 Prozent gekalkt. Vor allem lag es an verwaltungstechnischen Problemen. Denn der administrative Aufwand bei Privat- und Kommunalwäldern ist sehr hoch.  Auch in Rheinland-Pfalz wird seit einigen Jahren kaum im Wald gekalkt, obwohl ein fundiertes wissenschaftliches Konzept dies für sinnvoll erachtet. Nach Ansicht der Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) benötigen die geschädigten Waldböden schnelle Hilfe, damit nicht noch mehr Wälder absterben. Weiteren Aufschub könne sich kein Bundesland mehr leisten. Dem deutschen Wald gehe es bereits heute viel zu schlecht dafür.

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Gesunde Böden brauchen eine hohe Biodiversität und günstige pH-Werte

Pressemitteilung vom  1. Dezember 2020

Zum Weltbodentag am 05.12.20

Eine hohe Biodiversität und Bioaktivität im Boden ist ein Indiz für dessen Gesundheit. Der Weltbodentag macht am 5. Dezember darauf aufmerksam, dass die Boden-Biodiversität teilweise gefährdet ist. Regenwürmer, Bakterien und weitere Bodenlebewesen haben insbesondere bei einer sehr starken Versauerung oder Verdichtung der Böden ungünstige Lebensbedingungen. Sie bevorzugen pH-Werte zwischen 6,0 und 7,0 im Boden, finden diese aber zunehmend weniger vor.

Köln, 01.12.2020.  Am Weltbodentag, am 5. Dezember soll auf die Bedeutung der Bodengesundheit und der Bodenbiodiversität aufmerksam gemacht werden. Denn eine intakte Bodenbiologie und -biodiversität ist für ein gesundes Ökosystem und die Bodenfruchtbarkeit wichtig. Großen Einfluss darauf hat auch ein günstiger pH-Wert, der bestenfalls zwischen 6,0 und 7,0 liegt.

Die Verschlechterung der Bodenqualität und die Bodenversauerung schreiten oft schleichend voran und haben selten unmittelbare dramatische Auswirkungen. Dies gilt für verschiedene Bodengefährdungen wie Bodenerosion, Bodenverdichtung und auch für die Bodenversauerung, deren Auswirkungen oft unterschätzt werden.

Aufgrund der Bedeutung der Böden für die Menschen und auch für die Ökosysteme möchte die Europäische Kommission mit einer neuen Initiative (EU Soil Strategy) in den kommenden Jahren den Bodenschutz in Europa fördern und regeln. Die Themen Boden, Bodenfruchtbarkeit und auch Bodenbiodiversität sollen stärker als bislang in das Bewusstsein vieler Menschen gelangen. Und die verschiedenen Bodengefährdungen wie Erosion, Verdichtung, Versiegelung und auch Versauerung sollen in der Europäischen Union vermindert werden. Deshalb soll jeder, der Böden bearbeitet, auf deren Schutz achten.

Sowohl in der Landwirtschaft (Acker- und Grünlandböden) und erst recht in der Forstwirtschaft (Waldböden) sind viele Böden so stark versauert, dass die natürlichen Bodenfunktionen, die Bodenfruchtbarkeit und auch die Biodiversität im Boden beeinträchtigt sind.

Auf stark versauerungsgefährdeten Waldböden werden in Deutschland schon seit ca. 30 Jahren Bodenschutzkalkungen vorgenommen. Denn eine Stabilisierung sehr stark versauerter Waldökosysteme ist nur durch mehrfache Bodenschutzkalkungen erreichbar. Ergebnisse der BZE II (Wellbrock, 2016) bestätigen die positiven Wirkungen der Waldkalkung.

„Der Umfang der Waldkalkung hat in den letzten zehn Jahren allerdings stark abgenommen und reicht bei dem aktuellen Niveau bei weitem nicht aus, um die Bodenwerte auf ein vorindustrielles Niveau zurückzusetzen“, bemängelt Experte Dr. Reinhard Müller, Herausgeber des Fachportals www.waldkalkung.com

Böden, die nicht genügend Säureneutralisationsvermögen aufweisen, versauern immer stärker. Die führt nicht nur zu einer Minderung der Artenvielfalt im Boden sondern beeinträchtigt auch die Durchwurzelung der Bäume. Der Wald wird geschwächt und erkrankt. Für basenarme Standorte sind Bodenschutzkalkungen deshalb ein probates Mittel, um für das Bodenleben und die Pflanzen wieder günstige pH-Werte zu erreichen.

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Neuer Waldkalkungsleitfaden für Sachsen überzeugt

Pressemitteilung vom 23. Juli 2020

Leitfaden zur Waldkalkung erschienen

Sachsen hat über 40 Jahre Erfahrung mit der Bodenschutzkalkung; vornehmlich im Erzgebirge. Diese Erfahrungen werden in dem kürzlich neu herausgegebenen Leitfaden zur Bodenschutzkalkung in Verbindung mit interessanten Zusammenhängen und Hintergründen verständlich und anschaulich dokumentiert. Die sachliche Analyse belegt den Nutzen der Waldkalkung.

Köln, 23.7.2020. Der Staatsbetrieb Sachsenforst hat aufgrund eigener langjähriger, praktischer und wissenschaftlicher Erfahrungen im Juli 2020 den Leitfaden zur Forstlichen Bodenschutzkalkung in Sachsen neu aufgelegt. Damit wird das seit 1979 in Deutschland erarbeitete Wissen zu diesem Thema mit konkreten Messreihen und Versuchsergebnissen aus Sachsen anschaulich und klar zusammengefasst. Ergebnisse der BZE II (Bodenzustandserhebung Waldböden) aus Sachsen und viele eigene Forschungsergebnisse belegen die verschiedenen positiven Wirkungen der Bodenschutzkalkung. Sowohl Bodenchemie, Biodiversität als auch die Wasserchemie werden moderat und nachhaltig positiv beeinflusst.

Neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen sind auch die geschichtlichen Zusammenhänge und Hintergründe interessant. Sie erklären, wie es zu der immissionsbedingten Schadsituation, deren Behebung und zum Umweltmonitoring seit den 1970er Jahren kam

Aufgrund der langjährigen positiven Erfahrungen wird der Bodenschutzkalkung – neben dem kontinuierlich erfolgenden Waldumbau – eine Schlüsselrolle bei der nachhaltigen Sicherung der Multifunktionalität der Waldökosysteme zugesprochen. Daher ist davon auszugehen, dass der Staatsbetrieb Sachsenforst die Bodenschutzkalkung weiterhin als Baustein einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung ansieht und einsetzt.

Die vorliegenden Erkenntnisse sind auch auf andere vergleichbare Standortbedingungen übertragbar. Dementsprechend haben Bodenschutzkalkungen das Potenzial, in vielen Gebieten zur Erhaltung der Wälder und der Bodenfunktionen bedarfsgerecht beizutragen. Der neue Leitfaden ist hier frei erhältlich.

Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzproduktion mit Bodenschutzkalkung unterstützen

Pressemitteilung vom  9. März 2020

Zum Internationalen Tag des Waldes

Gesunde Bäume und Wälder erfordern günstige Boden- und Wachstumsverhältnisse. Wenn die Böden zu wenig Wasser oder Nährstoffe bieten oder zu stark versauert sind, sind Bäume stressanfällig und gefährdet wie die Jahre 2018 und 2019 zeigten. Bei sehr stark versauerten Böden verbessert eine Bodenschutzkalkung die Wachstumsbedingungen und Klimawandelresilienz der Bäume.

Köln, 09.03.2020. Anlässlich des Internationalen Tages des Waldes appelliert die Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) an alle Verantwortlichen im deutschen Forstsektor, die Bedeutung und den Handlungsbedarf hinsichtlich der Waldbodenversauerung und Waldkalkung ernst zu nehmen und nicht zu vernachlässigen. Denn sie ist bei stark versauerten Waldböden ein sehr wesentlicher, manchmal sogar entscheidender Faktor für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und eine artenreiche Flora und Fauna.

Das Baumsterben in den beiden Dürrejahren 2018 und 2019 hat eine neue Debatte über Ursachen und Handlungsoptionen ausgelöst. Eine von mehreren Ursachen ist die übermäßige, unzuträgliche Versauerung vieler Waldböden in den letzten Jahrzehnten. Bekanntlich wird bei pH-Werten unter 4,0 (pH-Wert in 0,01 m CaCl) durch Aluminiumtoxizität das Wurzelwachstum eingeschränkt. Dadurch wird nicht nur die Standfestigkeit der Bäume (Sturmwurfanfälligkeit) sondern auch deren räumliche Nährstoff- und Wasserverfügbarkeit eingeschränkt. Dies kann durch eine hinreichende, mehrfache Bodenschutzkalkung entscheidend verbessert werden, wie viele wissenschaftliche Untersuchungen (u.a. Bodenzustandserhebung BZE II) nachgewiesen haben.

Die Bundesregierung hat auf dem Nationalen Waldgipfel im September 2019 ein Eckpunkte- und Maßnahmenpapier vorgestellt. Darin ist der Erhalt der Wälder in Deutschland, mit ihrer Vielfalt und Leistungsfähigkeit, als Ziel formuliert. Die Wälder sollen nachhaltig und multifunktional bewirtschaftet und an den Klimawandel angepasst werden. Im Interesse künftiger Generationen sollen die Wälder klimaresilienter werden. Natürliche Boden- und Humusentwicklungen in Wäldern sollten weiter gefördert werden. Alle Maßnahmen, die den Wasserhaushalt im Wald erhalten oder stärken, werden als vorteilhaft angesehen.

Unzweifelhaft unterstützen Bodenschutzkalkungen die vorgenannten Zielsetzungen. „Daher gehören sie unbedingt in das Maßnahmenpaket und in eine zukunftsorientierte Waldstrategie“, erklärt DHG-Leiter Dr. Reinhard Müller und fordert: „Bodenschutzkalkungen müssen – trotz vieler anderer aktueller Probleme – wieder verstärkt werden, um auf allen Standorten eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzproduktion zu gewährleisten.“

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Forstexperten diskutieren die Bedeutung der Bodenschutzkalkung im Klimawandel

Pressemitteilung vom 17. Januar 2020

Grüne Woche 2020

Über den Zusammenhang zwischen dem aktuellen Baumsterben 2.0, dem Klimawandel und der Bodenschutzkalkung als hilfreiche Maßnahme zur Verbesserung der Waldböden diskutierten erfahrene Experten am 17. Januar beim Start der Internationalen Grünen Woche 2020.

Berlin, 17.01.2020. Schon kurz nach der Eröffnung der Internationalen Grünen Woche 2020 (IGW) in Berlin diskutierten der Waldbeauftragte der Bundesregierung Cajus Julius Caesar, der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) Georg Schirmbeck und Dr. Klaus von Wilpert, ehemaliger Leiter der Abteilung Boden und Umwelt in der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Freiburg mit dem Moderator Dr. Reinhard Müller von der Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) über die Bedeutung der Bodenschutzkalkung in Zeiten des Klimawandels und im Zusammenhang mit der aktuellen Waldschadensproblematik. Die drei Experten befürworteten einhellig eine kontinuierliche Bodenschutzkalkung auf sehr stark versauerten Waldböden. Dort sei sie weiterhin eine erforderliche Maßnahme, um auch in Zukunft nachhaltige Waldwirtschaft betreiben zu können.

Das in 2018/19 auf über 200.000 Hektar in Deutschland eingesetzte Waldsterben habe wohl in erster Linie mit der außerordentlichen Trockenheit der beiden letzten Jahr zu tun. Aber auch die noch immer sehr starke Versauerung von ca. 40 Prozent der Waldstandorte in Deutschland sei ein gravierender Grund für die Anfälligkeit vieler Bäume. Nur das Zusammenwirken der Vorbelastung der Böden durch Bodenversauerung mit durch den Klimawandel bedingten Extremwetterlagen (Trockenheit) könne die hohe Intensität der aktuellen Schäden erklären, so Dr. von Wilpert.

„Belastbare Forschungsergebnisse haben einerseits den Kalkungsbedarf auf über drei Millionen Hektar Wald und andererseits die positiven Wirkungen der Bodenschutzkalkung im Waldboden nachgewiesen“, fasste Dr. von Wilpert die wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen.

Georg Schirmbeck benannte im Zusammenhang mit dem aktuellen Waldsterben 2.0  die Maßnahmen, die  seitens der Waldeigentümer aber auch seitens der Bundesländer eingeleitet werden müssen, um die erforderliche Bodenschutzkalkung zu verstärken. Der Waldbeauftragte Caesar berichtete über die hohe staatliche Förderung und eigene praktische Erfahrungen. Er plädierte für eine schnelle, pragmatische Umsetzung der Bodenschutzkalkung. Die relevanten Institutionen der Bundesländer sollen pragmatische Lösungen finden, damit die Bodenschutzkalkung tatsächlich bedarfsgerecht im Wald ankommt. Waldkalkung müsse ein Bestandteil einer nachhaltigen Waldbewirtschaftungsstrategie sein.

Aus dem interessierten Publikum wurde auch der Wunsch nach einer hundertprozentigen finanziellen Förderung geäußert. Nur so seien die Waldeigentümer in der aktuellen Krisensituation überhaupt in der Lage, Bodenschutzkalkungen durchführen.

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