Tag des Waldes 2026 – Wälder und Wirtschaft
Die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) hat in den 1970er Jahren den „Internationalen Tag des Waldes“ für den 21. März etabliert. Mit dem 2026er Motto „Forests and Economies“ wird auf die Bedeutung gesunder Wälder für die Wirtschaft aufmerksam gemacht.

Das Motto verdeutlicht die zentrale Rolle der Wälder als Grundlage nachhaltiger Wertschöpfungssysteme. Wälder erfüllen dabei eine Doppelfunktion: Sie sind sowohl ökologisch unverzichtbar als auch ökonomisch relevant. Sie binden Kohlenstoff, regulieren Wasser- und Nährstoffkreisläufe und bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Arten. Gleichzeitig liefern sie den Rohstoff Holz und sichern Einkommen sowie Beschäftigung entlang der gesamten forstlichen Wertschöpfungskette. In Deutschland prägen Wälder die Kulturlandschaft maßgeblich und stehen in enger Wechselwirkung mit der Landwirtschaft, etwa durch ihre Funktionen im Boden- und Wasserschutz sowie als stabilisierender Faktor für Produktionssysteme.
Die Ergebnisse der vierten Bundeswaldinventur zeigen jedoch, dass sich die Wälder in einem deutlichen Wandel befinden. Zwar ist die Waldfläche mit rund 11,5 Millionen Hektar stabil, gleichzeitig führen Klimastress, Dürre und Schädlingsbefall zu strukturellen Veränderungen. Die Wälder werden älter, artenreicher und stärker durch Mischbestände geprägt, während insbesondere anfällige Nadelbaumarten wie die Fichte an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig nimmt die Produktivität teilweise ab, und die Funktion des Waldes als Kohlenstoffsenke ist eingeschränkt. Diese Entwicklungen zeigen, dass wirtschaftliche Nutzung zunehmend an ökologische Grenzen gekoppelt ist.
Ergänzend liefert die Bodenzustandserhebung wichtige Erkenntnisse über die Grundlage dieser Entwicklungen: den Waldboden. Sie zeigt, dass sich der Zustand der Waldböden in Deutschland insgesamt leicht verbessert hat, insbesondere durch geringere Schadstoffeinträge infolge verbesserter Luftreinhaltung. Gleichzeitig bleiben Belastungen bestehen, etwa durch Nährstoffungleichgewichte oder Versauerung in bestimmten Regionen. Waldböden spielen eine Schlüsselrolle, da sie Wasser speichern, Nährstoffe bereitstellen und große Mengen Kohlenstoff binden. Veränderungen im Boden wirken sich daher direkt auf Wachstum, Stabilität und Widerstandsfähigkeit der Wälder aus. Die Bodenzustandserhebung ist Teil eines langfristigen Monitoringsystems, das auf einem systematischen Stichprobennetz basiert und Entwicklungen über Jahrzehnte vergleichbar macht.
Insgesamt wird deutlich, dass Wälder nur dann dauerhaft wirtschaftlich nutzbar bleiben, wenn ihre ökologischen Grundlagen erhalten werden. Der Zustand von Boden, Baumartenstruktur und Klimaeinflüssen ist dabei eng miteinander verknüpft. Nachhaltige Bewirtschaftung, Waldumbau hin zu klimaresilienten Mischbeständen und der Schutz der Waldböden sind daher zentrale Voraussetzungen, um die vielfältigen Funktionen des Waldes auch in Zukunft zu sichern.
Nützliche Informationen:
| KalKo-Projekt – Waldbodenkalkung als Maßnahme zur Erhöhung der Anpassungsfähigkeit der Wälder an den Klimawandel zur Sicherung und Erhöhung der CO2-Speicher und Senkenfunktion der Wälder
Projektträger ist die FNR und das Forschungsteam der Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) |
Interessante Ergebnisse zu einer Verbesserung der Waldbodenphysik und der Biodiversität durch Waldkalkung sind beispielweise im KalKo-Projekt zu finden. Die Humusschicht und der Oberboden im Wald haben hier auf den gekalkten Standorten eine höhere Luftdiffusion und -permeabilität gezeigt. Zurückzuführen ist dies auf eine erhöhte Biodiversität (Aktivität von Bodentieren und Regenwürmern) durch die Kalkung. Weitergehende Informationen: fnr: Projektnews: Kalkung verändert Waldbodenphysik indirekt
Beispiel einer aktuell durchgeführten Bodenschutzkalkung (03/2025, Offenburg)
Weiterführende Informationen zum Tag des Waldes:
fnr: Internationaler Tag des Waldes 2026
Datei für den Download:
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