Bodenschutzkalkung bei Waldkirch

Aktuell finden auf den Stadt- und Privatwaldflächen der Reviere Waldkirch und Kastelburg-Sexau umfangreiche Bodenschutzkalkungen statt. Je nach Wetterlage wird die Waldkalkung rund sieben Wochen bis Mitte August in Anspruch nehmen.

"Mit der Ausbringung von Kalk soll die Versauerung der Waldböden abgemildert und die natürlichen Regenerationsprozesse der Böden unterstützt werden. Eine gute Basis für klimastabile Wälder, die viele wichtige Funktionen haben, beispielsweise als Wasserfilter und Erholungsraum" betont Dieter Loos, der Revierleiter der Stadt Waldkirch.

Baden-Württemberg setzt für die Waldkalkung seit rund zehn Jahren Gemische aus Dolomit, Holzasche und Wasser für die Bodenschutzkalkung ein. Sie werden entweder mit einem Hubschrauber ausgebracht oder mittels speziell ausgerüsteter Fahrzeuge vom Boden aus verblasen. Deshalb kommt es in den nächsten Wochen immer wieder zu Haubschrauberflügen über Waldkirch und Siensbach.

Eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen durch das Kalkmaterial besteht nicht. In den betroffenen Waldgebieten kommt es während der Ausbringungsarbeiten zu Wegesperrungen.

Martin Moosmayer, der Leiter des Forstbezirks Waldkirch, weist auf einen weiteren Aspekt der Bodenschutzkalkung hin. „Klimastabile Wälder sind natürliche Wasserfilter und Garant für sauberes Grundwasser. Über 70 Prozent unseres Trinkwassers kommt aus dem Wald.“

Eine bundesweite Bodenzustandserhebung habe gezeigt, dass eine gezielte Kalkung von Waldflächen die Situation hinsichtlich pH-Wert, Basensättigung, Kohlenstoffspeicherung, Vielfalt und Häufigkeit von Bodenlebewesen auf durch von Menschen verursachten versauerten oder zur Versauerung neigenden Waldböden deutlich verbessert wird, erläuterte Martin Moosmayer.

Die Europäische Union fördert die Bodenschutzkalkung für Waldbesitzende unter 30 Hektar mit 100 Prozent der entstehenden Kosten. Lediglich die Umsatzsteuer ist nicht förderfähig und muss vom Eigentümer selbst getragen werden. Waldbesitzende über 30 Hektar erhalten eine Förderung von 90 Prozent der Nettokosten.
Förderanträge und weitere Unterlagen sind bei der Forstbehörde des Landratsamtes erhältlich.

(Quelle: Landkreis Emmendingen)