8. Februar 2021

 — Zum „Tag des Regenwurms“ am 15.02.2021

Pressemitteilung vom  8. Februar 2021

Zum „Tag des Regenwurms“ am 15.02.2021

Kalk hilft Regenwürmern – besonders im sauren Waldboden

Wenn viele Regenwürmer im Boden sind, ist dies ein Zeichen für dessen Gesundheit. Der Tag des Regenwurms am 15.02. soll auf die Bedeutung der Regenwürmer, der Bodenbiologie und des Bodens im Allgemeinen aufmerksam machen. Da die meisten Regenwurmarten pH-Werte zwischen 6,0 und 7,0 im Boden bevorzugen, ist eine starke Bodenversauerung – wie sie oft in Waldböden vorkommt – negativ für ihre Vermehrung und Lebensbedingungen. Deshalb hilft eine Kalkung den Regenwürmern bei sauren Böden.

Köln, 08.02.2021.
 Am Tag des Regenwurms, am 15. Februar 2021, soll auf die Bedeutung der Regenwürmer für die Bodengesundheit aufmerksam gemacht werden. Wenn viele Regenwürmer im Boden vorkommen, ist dies ein Zeichen für gute Bedingungen und ein gesundes Erdreich. Sehr wichtig für Regenwürmer sind ein lockerer Boden, genügend Futter (abgestorbenes Pflanzenmaterial) und auch ein günstiger pH-Wert, der bestenfalls zwischen 6,0 und 7,0 liegt.
In vielen Waldböden, die sehr stark versauert sind (mit pH-Werten kleiner 4,2), können die meisten Regenwurmarten (z.B. der Tauwurm Lumbricus terrestris als „gewöhnlicher Regenwurm“ oder der Rote Waldregenwurm Lumbricus rubellus) und auch andere Mikroorganismen nicht mehr gut leben. Dadurch wird die Zerkleinerung und Mineralisierung abgestorbener Blätter und Nadeln stark gemindert, so dass sich auf stark saurem Mineralboden oft eine Schicht von wenig zersetztem organischen Material bildet (Humusform Moder).

In der Landwirtschaft (Acker- und Grünlandböden) werden die Böden üblich regelmäßig gekalkt, um die pH-Werte – bodenartspezifisch – in einem günstigen, fruchtbaren Bereich zwischen 5,5 und 7,5 zu behalten (siehe hierzu VDLUFA-Standpunkt „Kalkbedarf von Acker- und Grünlandböden“). Denn in diesem pH-Bereich wachsen die meisten Pflanzenarten auch Bäume – am besten.  Auch für Regenwürmer und die meisten Bodenlebewesen sind pH-Werte zwischen 5,5 und 7,5 im Boden vorteilhaft. Für Regenwürmer und das Wurzelwachstum kommt es dabei besonders auf den Gehalt von Calcium (Ca) und Aluminium (Al) in der Bodenlösung und an den Nährstoffsorptionsstellen an. Sinkt der pH-Wert im Boden unter 5,0, so sinkt die Calciumkonzentration in der Bodenlösung und die schädliche, lösliche Aluminiumkonzentration steigt.

Bei sehr stark versauerten Waldböden (pH-Wert kleiner 4,2) sind Bodenschutzkalkungen sehr sinnvoll und ratsam. Um allerdings eine spürbare Stabilisierung solcher Waldökosysteme zu erreichen und wieder mehr Regenwürmer in diese Waldböden zu bekommen, ist der pH-Wert nachhaltig über den kritischen Wert von 4,2 anzuheben. Dazu sind häufig mehrfache Bodenschutzkalkungen erforderlich. Dies sollte von Waldeigentümern, Förstern und Jedem bedacht werden, wenn über Boden, Bodengesundheit, Regenwürmer oder Bodenschutzkalkung gesprochen oder nachgedacht wird.