Waldzustand in NRW noch nicht zufriedenstellend

Die gute Nachricht: Der Gesundheitszustand der Wälder in NRW hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert. Das geht aus dem Waldzustandsbericht 2017 hervor, den Umweltministerin Christina Schulze Föcking am 22. November in Düsseldorf vorgestellt hat. "Wichtigen Baumarten wie der Buche und der Fichte geht es besser als im Jahr zuvor. Allerdings zeigt die Erhebung auch, dass der Gesundheitszustand unserer Wälder nach wie vor nicht zufriedenstellend ist", erklärte Schulze Föcking.

Nicht gut ist vor allem der Zustand vieler Laubbäume, die jedoch für die Stabilität des Ökosystems Wald eine große Rolle spielen. Eines der Sorgenkinder in den Wäldern NRWs ist derzeit die Eiche. Seit 2013 hatte sich ihr Zustand immer weiter gebessert, diese Entwicklung ist nun gestoppt. Die deutlichen Schäden stiegen um vier Prozentpunkte auf 33 Prozent. Auch der Esche geht es schlecht. Sie kommt zwar in NRW nicht häufig vor, dennoch konnten besorgniserregende Veränderungen in den Baumkronen festgestellt werden. Die Eschen leiden offenbar unter einem Pilz, der bewirkt, dass Triebe und Blätter welken. Laut Waldzustandsbericht kann diese Erkrankung den Eschenbestand "gravierend beeinträchtigen".

Besorgt sind auch viele Forstexperten wie Förster Oliver Sielhorst aus Marsberg im waldreichen Hochsauerland. Er sieht ein großes Problem in der anhaltenden Versauerung der Waldböden: „Schäden im Waldboden sind oft irreversibel. Wir versuchen, etwa durch Waldkalkung den Prozess zu verlangsamen. Grundsätzlich ist der Waldboden aber nach wie vor viel saurer, als er eigentlich wäre. Wir haben oft einen pH-Wert, der entspricht Zitronensaft und da kann man sich auch als Laie vorstellen, dass es da schwierig ist für viele Organismen, im Boden zu leben.“ 

Schuld daran sind neben den Altlasten aus den 1980er-Jahren vor allem die steigenden Schwefeldioxid-Belastungen aus dem Verkehr, die am Ende im Boden laden. 

(Quellen: Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW und WDR online)