Saarland: Kalkung des Staatswaldes wird fortgesetzt

In den kommenden Wochen werden im saarländischen Staatswald wieder Kompensationskalkungen durchgeführt. Gekalkt wird eine Fläche von rund 1.100 Hektar (ha).

Zweck der Waldkalkungen ist, der zum Teil tiefreichenden Versauerung der Waldböden entgegenzuwirken, die zu erheblichen Schädigungen des Ökosystems Wald führen. So werden mit sinkenden pH-Werten das giftige Aluminium und Schwermetalle ausgewaschen, welche die Wurzeln der Bäume schädigen und ins Grundwasser verlagert werden. Auch Nährstoffe werden dem Boden entzogen und stehen damit den Pflanzen nicht mehr zur Verfügung.

Der im Rahmen der Kompensationskalkung ausgebrachte Kalk dient dazu, weitere Säureeinträge in den oberen Bodenschichten zu neutralisieren. Auf diese Weise verbessert die Kalkung die Versorgung der Bäume mit lebenswichtigen Nährsalzen, stärkt die Puffereigenschaften des Bodens und trägt zu einer Stabilisierung der betroffenen Ökosysteme bei.

Die Bodenschutzkalkung führt zur:

  • Verbesserung der Vitalität der Waldbestände,
  • Verbesserung der Lebensbedingungen für Bodenlebewesen und Baumwurzeln,
  • Verbesserung der Entwicklung von Mineralboden-Humusformen,
  • Verbesserung des Schutzes von Quell- und Grundwasser vor Schwermetall-, Aluminium- und Säureeinträgen.


Die Waldflächen der Buntsandsteingebiete im Saarland sind besonders kalkungsbedürftig, weil deren Böden von Natur aus ein nur geringes Pufferungsvermögen gegenüber Säureeinträgen aufweisen. Den Kalkungsmaßnahmen vorausgegangen waren bodenchemische Analysen durch das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz (LUA), um zuverlässige Aussagen über den Bodenzustand zu erhalten. Im Anschluss an die Kompensationskalkung wird es weitere Untersuchungen im Sinne einer Wirkungskontrolle geben. Von der Kalkung ausgeschlossen werden einerseits aus Naturschutzgründen sensible Flächen (z.B. Naturschutzgebiete, Naturwaldzellen u.ä.). Anderseits werden Verkehrsflächen und siedlungsnahe Flächen ausgeschlossen. Die Kompensationskalkung erfolgt ausschließlich in der vegetationsarmen Zeit, weil nur dann sichergestellt ist, dass eine möglichst große Kalkmenge den Boden auch erreicht.

Ausgebracht wird der Magnesiumkalk per Hubschrauber. Bei einer Beförderungsmenge von etwa 3 t/ha können so pro Tag zwischen 60 und 75 ha Wald behandelt werden.

Der SaarForst, der die Durchführung der Kalkungsmaßnahmen organisiert und überwacht, weist darauf hin, dass die Ausbringung von Kalk nicht gesundheitsschädlich ist.

Mehr Informationen gibt der SaarForst in einem Infoblatt zur Waldkalkung.

(Quelle: forstpraxis.de / SaarForst Landesbetrieb)