Kalkung: Gewinn für den Wald ungleich größer als die Kosten

Der neue Waldzustandsbericht für Baden-Württemberg ist nicht gerade alarmistisch, denn die Situation für viele Bäume in den Wäldern des Landes ist im wahrsten Sinne des Wortes im grünen Bereich. Das kann auch Dietmar Hellmann, Leiter des Fachdienstes Forst im Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises, bestätigen: „Ich bin mit dem Zustand der Wälder im Neckar-Odenwald-Kreis noch zufrieden".

In Hellmanns Revieren stellt sich die Lage für die unterschiedlichen Baumarten insgesamt zufriedenstellend dar. Bei der Eiche seien nur geringe bis mittlere Schäden zu verzeichnen, bei Buche, Tanne und Kiefer sei die Situation gut oder befriedigend. Allerdings musste man bei den Beständen der wirtschaftlich interessanten Fichten einen deutlichen Rückgang verzeichnen. Und wirklich schlecht sei es um die Esche bestellt. Allein im Kleinen Odenwald musste eine Fläche von etwa 15 Hektar abgeholzt werden, die nun mit Douglasien und Eichen bepflanzt wird.

Die Zukunft sieht der Forstmann nicht nur aus diesen Gründen nicht gerade rosig. Der Klimawandel habe bereits deutlich vernehmbar an die Tür geklopft. Die aktuell immer höheren Emissionen an Kohlendioxid und die von den Altschäden aus den vergangenen hundert Jahren immer noch geschwächten Böden ergeben eine Mischung, die Hellmann Sorgen bereiten. Was kann man tun? Hellmann sieht die effizientesten Verfahren zum einen in einem Umbau der Wälder mit klimaangepassten Baumarten und zum anderen in der Waldkalkung, auch wenn letztere sehr teuer sei.

Der Geschäftsleiter der Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) Reinhard Müller relativiert diese Einschätzung: „Waldkalkung mit Hubschraubern ist schon sehr teuer, aber es ist die effektivste Methode, die Säuren im Boden nachhaltig zu kompensieren. Weil Waldkalkung dem Wald und auch der Gesellschaft hilft, wird sie zu 90 Prozent staatlich gefördert. Der Eigenanteil lohnt sich auch, da der Wald vitaler und stresstoleranter wird.“

(Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung)