Ablauf der Waldkalkung

1.) Auswahl zu kalkender Flächen

Die Kalkung ist generell auf den Standorten erforderlich, deren Böden im Hauptwurzelraum stark versauert sind, d. h. eine Basensättigung von unter 15 Prozent im unteren Hauptwurzelraum (30 – 60 cm) aufweisen, einen pH-Wert niedriger als 4,5 besitzen und bei denen kein Ausschlussgrund für eine Kalkung vorliegt.

Einige bodenchemische Kriterien für die Beurteilung der Kalkungsbedürftigkeit sind:

2.) Auswahl des richtigen Kalkes

Für die Bodenschutzkalkung im Wald hat sich der kohlensaure Magnesiumkalk als die beste Wahl herausgestellt. Mehr Infos hierzu finden Sie auch auf der Seite "Welcher Kalk für den Wald?".

3.) Ermittlung der Ausbringungsmenge

Als Kriterium zur Dosierung dient die Menge an basisch wirksamen Bestandteilen im Kalk, bewertet als CaCO3-Äquivalente. Es werden drei Tonnen CaCO3-Äquivalente Trockensubstanz pro Hektar ausgebracht. Je nach Zusammensetzung und Wassergehalt des ausgebrachten Materials ergibt sich daher eine andere Gesamtausbringungsmenge als drei Tonnen Kalk/ha.

4.)
Fördermöglichkeiten prüfen / Antrag stellen

Einige Bundesländer bieten Waldbesitzern unter Beteiligung des Bundes und der EU finanzielle Unterstützung bei der Bewirtschaftung ihres Waldes an. Mehr Infos finden Sie auf der Seite "Fördermöglichkeiten". 

5.)
Ausschreibung bzw. Dienstleister beauftragen

Die Ausschreibung erfolgt entweder für Material und Ausbringung getrennt oder aber für die Gesamtleistung der Kalkung pro Hektar. Welche Punkte im Einzelnen bei einer Ausschreibung zu beachten sind, ist in den Merkblättern und Richtlinien der einzelnen Bundesländer aufgeführt. Eine kleine Übersicht über einzelne Anbieter und Dienstleister finden Sie auf der Seite "Kalkanbieter und Dienstleister".

6.) Durchführung der Bodenschutzkalkung

Die Waldkalkung erfolgt heute fast ausschließlich mit modernen Helikoptern aus der Luft. GPS-gestützte digitale Karten zeigen dem Piloten im Helikopter punktgenau, welche Bereiche eines Waldgebiets zu kalken sind und welche ausgespart werden. Die zugehörige Kalkungskarte muss außerdem LKW-befahrbare Anfahrtswege für die Anlieferung des Kalkes beinhalten.

Der Umschlagsplatz muss für den Hubschrauber gut und sicher zu erreichen sein und sollte so nah wie möglich bei dem zu kalkenden Waldstück liegen.

Die hohe Qualität des Kalkes wird in einer Qualitätskontrolle überprüft. Dafür werden bei der Materialanlieferung, vor der Ausbringung entsprechende Kalkproben genommen. 

Um Tiere im Wald zu schonen, erfolgt die Waldkalkung üblich in den Herbst- und Wintermonaten.

7.)
Wiederholungskalkung

Auf der Grundlage der Säureneutralisationskapazität (SNK) des ausgebrachten Kalkes lässt sich in Verbindung mit der jeweiligen jährlichen Säurebelastung des Standortes der Zeitraum errechnen, nach dem der ausgebrachte Kalk aufgebraucht und eine Wiederholungskalkung sinnvoll ist. In der Regel wird die mit der Bodenschutzkalkung ausgebrachte Basizität nach acht bis zehn Jahren aufgebraucht sein.