4. Dezember 2015

 — Waldzustandsberichte 2015 für Hessen und Sachsen-Anhalt erschienen

Pressemitteilung vom  4. Dezember 2015

Waldzustandsberichte 2015 für Hessen und Sachsen-Anhalt erschienen

Bodenversauerung bleibt ein Sorgenkind

Im November wurden die neuen Waldzustandsberichte 2015 für die Bundesländer Hessen und Sachsen-Anhalt veröffentlicht. In beiden Ländern ist demnach die Lage des Waldes stabil, die Waldböden machen aber weiterhin Sorgen. Die forstliche Versuchsanstalt setzt deshalb auch in Zukunft auf  Bodenschutzkalkungen.   Köln, 04. Dezember 2015. Hessens Umweltministerin Priska Hinz und Sachsen-Anhalts Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens haben im November in Wiesbaden und in Magdeburg die Waldzustandsberichte für 2015 vorgestellt. Angesichts der in beiden Bundesländern trocken-warmen Witterung im Winter und Frühjahr 2015 zeigten sich die Wälder, so der Tenor beider Minister, bemerkenswert stabil. In Hessen sei die mittlere Kronenverlichtung aufgrund der Witterungsverhältnisse aller Baumarten und Altersstufen um zwei Prozent auf 21 Prozent zurückgegangen. Nur die jüngeren Bäume in der Rhein-Main-Ebene und landesweit die jüngeren Eichenbestände wiesen einen merklich ungünstigeren Zustand auf. In Sachsen-Anhalt hätten die klimatischen Bedingungen der Jahreswende zwar bei vielen Laubbäumen zu leicht erhöhten Kronenverlichtungswerten geführt (von 15 Prozent in 2014 auf 16 Prozent in diesem Jahr). Die jungen Kiefern dagegen zeigten eine dichtere Benadelung als in den Vorjahren.

Sorgenkind Waldboden


Gar nicht in das relativ positive Bild passt dagegen der Zustand der Waldböden. Trotz aller Bemühungen und Erfolge zur Reduktion der Säureeinträge in den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Böden bislang nur teilweise verbessert. Die Erholung der Böden wird unter anderem durch die Freisetzung von im Boden zwischengespeichertem Schwefel und durch einen weiterhin hohen Eintrag an Stickstoff verzögert. Nach den Ergebnissen der Bodenzustandserhebung in Hessen, so Ministerin Hinz, habe sich die Kalkung als wirksamer Schutz des Waldbodens erwiesen und soll zielgerichtet fortgeführt werden. Bis zu einer Revitalisierung und Stabilisierung der Waldböden, blieben Bodenschutzkalkungen weiterhin nötig. Seitens der Düngekalk-Hauptgemeinschaft wird diese klare Positionierung der Ministerin begrüßt, da sie den fachlichen Erkenntnissen Rechnung trägt. Die DHG weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Bundesländer allerdings hinreichende Fördermittel bereitstellen müssten, damit spürbare Verbesserungen in den Waldböden messbar werden. Die Bundesländer könnten für die Waldkalkung wesentliche finanzielle Mittel des Bundes oder der EU in Anspruch nehmen, um die Aufwendungen des jeweiligen Landes zu entlasten.

Sachsen-Anhalt: Weitere Kalkungen im Harz


In Sachsen-Anhalt wurden in den vergangenen fünf Jahren auf insgesamt rund 9300 Hektar Landeswald Naturkalk ausgebracht. Der Schwerpunkt lag in den Fichtenbeständen des Forstbetriebes Oberharz und Ostharz. Diese Kalkungen sollen auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Landesforst-Betriebsleiter Bernd Dost: „Zwar sind die Schwefeldioxid-Emissionen in Sachsen-Anhalt seit 1990 deutlich reduziert worden, jedoch ist der Säureeintrag durch Stickstoff-Emissionen in den vergangenen 15 Jahren gestiegen. Das führt dazu, dass die Böden saurer geworden sind. Kalkung ist eine effektive Maßnahme, um die Situation dauerhaft zu verbessern.“ Die Aussage Dosts wird durch die Ergebnisse einer bundesweiten Bodenzustandserfassung aber auch durch lokale Messdaten sowie Analysen der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen erhärtet. Im Harz wie auch in vielen anderen Regionen Deutschlands zeigt sich: Ohne Bodenschutzkalkungen werden unsere Wälder sich nur sehr schwer und vor allem sehr langsam – vermutlich zu langsam – erholen können.