19. März 2014

 — Goldene Tanne 2013

Pressemitteilung vom 19. März 2014

Goldene Tanne 2013

Ehrenpreis für Zukunftssicherung des Waldes geht an Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald würdigt mit dem Preis zugleich die Fürsorge Sachsen-Anhalts zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Waldböden

Berlin, 13. März 2014.
Dr. Wolfgang von Geldern, Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), ehrte im Rahmen eines Parlamentarischen Abends am 13. März 2014 in Berlin Dr. Hermann Onko Aeikens, Minister für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, mit der Goldenen Tanne 2013. Den Ehrenpreis verlieh die SDW in Kooperation mit der Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) nunmehr zum 10. Mal an Persönlichkeiten, die sich vorbildlich für den Waldschutz einsetzen.

Staatsminister a. D. Dr. von Geldern erinnerte daran, dass vor 30 Jahren der erste Waldschadensbericht in Deutschland erschienen war. Damit markiert das Jahr 1984 den Beginn der wissenschaftlichen Suche nach den Ursachen der Waldschäden und nach geeigneten Gegenmaßnahmen. Von Geldern: „Aber erst heute wissen wir, welche wichtige Rolle die Böden in diesem Kontext spielen.“ Dass dieses Wissen nun vorliegt, sei engagierten Personen wie Dr. Aeikens zu verdanken. Als verantwortlicher Minister habe er in den Waldschadensberichten seines Bundeslandes auf diesen Zusammenhang besonders hingewiesen und die Notwendigkeit von Bodenschutzkalkungen und anderen Maßnahmen herausgestellt. Darüber hinaus habe Minister Aeikens seit einigen Jahren neuerlich die Waldkalkung in Sachsen-Anhalt unterstützt und sich somit um die Zukunftssicherung der Wälder große Verdienste erworben.

Dr. Aeikens nahm den Traditionspreis mit großer Freude entgegen. Er wies darauf hin, dass in Sachsen-Anhalt innerhalb der letzten 20 Jahre 69.000 ha neue Waldfläche geschaffen wurden und der Wald mit über 600.000 ha für Sachsen-Anhalt eine große Bedeutung habe. Dr. Aeikens bekannte sich zum aktiven Waldschutz unter der Prämisse des nachhaltigen Wirtschaftens. Dazu zählte er den pfleglichen Umgang mit den Waldböden und die Zurückführung versauerter Standorte durch Kalkung „auf mehreren 1000 Hektar“ in einen naturnahen Zustand; dabei werde das Land auch die Privateigentümer unterstützen, „zum Wohle unseres Waldes“.
Der Minister hob im Rahmen seiner Dankesrede auch die „engagierte Landesforstverwaltung“ hervor, die sich für den Wald- und Bodenschutz einsetze. Er dankte zudem der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt für ihre sehr gute Arbeit zur Förderung der Waldgesundheit, die für die beteiligten Länder sehr hilfreich sei.

Ergänzendes Symposium zum „Boden- und Wasserschutz im Wald“

Als Novum hatte die SDW der Feierstunde ein wissenschaftliches Symposium zum „Boden- und Wasserschutz im Wald“ vorangestellt. Im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) begrüßte Abteilungsleiter Clemens Neumann am Nachmittag des 13. März zahlreiche Experten aus ganz Deutschland.

Zu Beginn referierte Vorjahrespreisträger Dr. Klaus von Wilpert von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg. Er stellte sein neues Konzept der „regenerationsorientierten Bodenschutzkalkung“ vor. Dabei zerstreute er auch Ängste aus Naturschutzkreisen: „Die Risiken einer Waldkalkung sind aufgrund der niedrigen Dosierung von drei bis vier Tonnen pro Hektar und wegen der geringen Löslichkeit des eingesetzten Dolomitkalkes sehr gering.“ Von Wilpert stellte die Waldkalkung als effektive Maßnahme dar, die natürlichen Regenerationsprozesse deutlich zu beschleunigen (Verkürzung von 250 Jahren auf 40 bis 80 Jahre) und erinnerte an den Klimawandel: „Da können wir nicht einfach nur abwarten und nichts tun.“

Carina Sucker, Freiburger Kollegin von Wilperts, referierte über „Wasserhaushalt und -qualität im Wald“ und kam zu den Ergebnissen: „Kalkungen wirken sich positiv auf Bodenwasser, Sickerwasser und Bachwasser aus. Negative Erscheinungen wie erhöhte Nitratausträge wurden nicht beobachtet.“

Dr. Joachim Block von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forst (Trippstadt) führte unter anderem aus, wann und wo Bodenschutzkalkungen zur „Gewährleistung der Nährstoffnachhaltigkeit und Erhaltung der Produktivität der Waldböden“ erforderlich sind. Kalksteigerungsversuche belegen, dass die Kalkung wieder ein gesundes Buchenwachstum ermöglichen kann.

Danach erläuterte Georg Schirmbeck als Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates die „Bedeutung der Forstwirtschaft für den Wald-, Boden- und Wasserschutz im Klimawandel“. Von der Politik forderte er „mehr Geld und mehr Förster, um Waldkalkungen und umfassenden Waldschutz qualifiziert durchführen zu können“.

Aufgrund des fruchtbaren Verlaufs des dreistündigen Symposiums stellte SDW-Präsident Dr. Wolfgang von Geldern abschließend in Aussicht, auch zukünftig vor der Verleihung der Goldenen Tanne ein Fachsymposium durchzuführen.