In der Diskussion

Aktuelle Diskussionsthemen zur Wald- und Bodenschutzkalkung und die Statements der DHG-Experten:

Thema: "Stopp für die forstliche Förderung in Rheinland-Pfalz"

Der Haushaltsplanentwurf 2014/2015 des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten des Bundeslandes Rheinland-Pfalz sieht eine komplette Einstellung der Fördermittel für eine naturnahe Waldbewirtschaftung vor.
In einem Brief von Staatssekretär Dr. Thomas Griese an den Waldbesitzerverband vom 26. Juni 2013 heißt es, dass ab sofort keine weiteren Föderanträge für 2013 und 2014 angenommen würden. Die Begründung des Staatssekretärs: Der massive Einschnitt solle ab dem Doppelhaushalt für 2014/2015 der Rückführung der Verschuldung des Landes dienen.

Das sagen die Experten der DHG:

Die Streichung der Fördermittel (2013 lagen diese bei rund 2,2 Mio. Euro) könnte nicht nur viele kommunale und private Waldbesitzer in ihrer Existenz gefährden, sondern auch die Gesundheit der rheinland-pfälzischen Wälder.

Die Regeneration der Waldböden ist eine prioritäre Aufgabe. Fachkenntnisse, kluge Voraussicht und politischer Mut sind gefragt, um das Ökosystem Wald mit seinen Pflanzen, Tieren und Böden, nicht zuletzt auch als Lieferant von gesundem Wasser für die zukünftigen Generationen intakt und gesund zu erhalten. Die durch die vorige und jetzige Generation verursachten Schäden sollen auch jetzt beseitigt werden und nicht den künftigen Generationen als Hypothek überlassen werden.

Aufgrund der Dimensionen, der Zeiträume und der nachgewiesenen Notwendigkeit ist dringend eine kontinuierlicher Mindestumfang an Waldkalkung zu finanzieren.

Artikel zum Thema:

  • "Stopp der Förderung - Waldkalkung in Rheinland-Pfalz" (Artikel aus: Der Waldbesitzer 4/2013)

Thema: "Waldkalkung - Pro & Contra"

Obwohl der ökologische Nutzen von Bodenschutzkalkungen für den Wald bereits in mehreren Studien bewiesen wurde und auch die Waldzustandsberichte der Bundesländer die Waldkalkung zum Schutz gegen die Bodenversauerung ausdrücklich empfehlen, gibt es Kritiker, die die Sinnhaftigkeit von Bodenschutzkalkungen anzweifeln und dahinter wirtschaftliche Interessen vermuten. Kritiker befürchten, dass die Ausbringung von Kalk auf manchen Böden durch verstärkten Humusabbau eine Veränderung der natürlichen Bodenfauna und eine Eutrophierung der Böden bewirkt.  

Das sagen die Experten der DHG:

Mehrere langjährige wissenschaftliche Studien haben die langsame, nachhaltige und eindeutig positive Wirkung der Waldkalkung mit kohlensaurem Magnesiumkalk bewiesen. Die vermuteten Negativwirkungen konnten nicht nachgewiesen werden.

Die Schnelligkeit der Wirkung kann einfach durch die Wahl des Korngrößenspektrums des ausgebrachten Kalkes sowie der Menge gesteuert werden.
Natürlich wirken die eingesetzten Kalke. Sie verbessern die Bedingungen im Boden für die große Mehrzahl der Bodenlebewesen und Pflanzen und schaffen wieder Bedingungen wie sie vor der massiven Versauerung bestanden.

Es sollen nicht alle Wälder gekalkt werden; sondern nur diejenigen, deren Böden keine eigene hinreichende Pufferkapazität besitzen und daher übermäßig versauert sind. Dies dürfte mindestens ein drittel der deutschen Waldfläche sein.

Von 1986 bis 2012, in 26 Jahren wurden ca. 3,5 Millionen Hektar Wald in Deutschland mit rund drei Tonnen Kalk behandelt. Doch aufgrund der ca. 60 jährigen Versauerung reicht dies leider bei Weitem noch nicht aus.

Artikel zum Thema:

  • Reif, Schulze, Ewald & Rothe (2013): "Waldkalkung – Bodenschutz contra Naturschutz?" (Artikel aus: Waldökologie, Landschaftsforschung und Naturschutz, AFSV, Göttingen).