Anwendung der Waldkalkung

Bodenschutzkalkungen dienen zur Neutralisierung übermäßiger Versauerung von Waldböden, zur Lieferung von Calcium und Magnesium sowie zur allgemeinen Stabilisierung der Wälder. Eine Bodenschutzkalkung erfolgt generell mit kohlensaurem Magnesiumkalk. Zur Ausbringung gibt es unterschiedliche Techniken.

Der dolomitische Magnesiumkalk, der aus häufig vorkommenden natürlichen Lagerstätten gewonnenen wird, hat mehrere wesentliche Vorteile: Er hat ein hohes Neutralisationsvermögen und liefert eine vergleichsweise hohe und preisgünstige Magnesiumversorgung. Zudem löst er sich – wie im Waldboden gewünscht – relativ langsam. Dabei ist die Lösungsgeschwindigkeit direkt abhängig von dem Korngrößenspektrum.

Die Ausbringung der Waldkalkung erfolgt in Deutschland zu über 90 Prozent per Hubschrauber. Denn durch die ausgefeilte Logistik und Technik wird eine hohe Leistungsfähigkeit, von ca. 210 Tonnen pro Tag, eine sehr gute Verteilgenauigkeit und eine genaue digitale Erfassung erreicht.

In geringem Umfang wird Waldkalkung auch mit Verblasegeräten von Waldwegen aus durchgeführt. Dafür muss relativ feiner Kalk verwendet werden.

(Grafik: Waldzustandsbericht 2012, Baden-Württemberg)

Als wichtiger Kennwert der Nährstoffversorgung in Waldböden wird häufig die Basensättigung in den verschiedenen Bodenschichten herangezogen. Saure Böden weisen in der Regel sehr geringe Basensättigungen auf. In Bodenanalysen werden diese in sogenannten Versauerungsprofilen dargestellt und in verschiedene Typen eingeteilt (siehe Abb.).

Eine durchgehend sehr hohe Basensättigung weist Typ 1 auf, der häufig auf Standorten mit carbonathaltigen Ausgangsgestein und Lockersedimenten vorkommt. Mäßig hohe Basensättigungen im Oberboden und eine sehr hohe Basensättigung ab 30 bis 60 cm Bodentiefe charakterisieren Standorte des Typs 2. Typ 3 ist vor allem auf carbonathaltigen Lockersedimenten zu finden und ist durch eine verstärkte Versauerung bis in 30 cm Bodentiefe gekennzeichnet. Darunter ist die Entkalkung nicht so stark fortgeschritten. Reicht die Basenverarmung bereits bis in eine Tiefe von 60 cm und nur die darunterliegenden Schichten sind noch basenreich, entspricht das dem Typ 4. Dieser Typ repräsentiert viele Standorte des Südwestdeutschen Alpenvorlands (entkalkte Moränen) und des Neckarlands, wo quartäre Lockersedimente und teilweise auch geschichtete Substrate zu einem starken Wechsel der Basensättigung im Tiefenverlauf führen. Starke Basenverarmung im gesamten Tiefenverlauf des Mineralbodens charakterisiert Typ 5 (a + b).

Böden, die ein Versauerungsprofil des Typs 4 und 5 aufweisen, müssen dringend gekalkt werden.